APN-Reisedobson aus Multiplex-Holz
Der Reisedobson ist als Urlaubsbegleiter konzipiert, die 6" und 8" Version wird bei den meisten Fluggesellschaften als Handgepäck akzeptiert. Aber auch bei Reisen im Auto oder Bus etc. ist es angenehm wenn das sonst sperrige Teleskop auf Handtaschengröße schrumpft. Alle Teile wurden so konzipiert, das Sie wie eine Russische Puppe ineinander passen und das ohne optische Einschränkung. Lediglich die Rohre für den Tubus und die Höhenräder werden in einem separaten Köcher oder Stativtasche verstaut. Passen aber bis 10" locker in einen normalen Koffer oder Reisetasche.
Erfahrungsbericht eines Kunden:
Erste Erlebnisse und Beobachtungen mit dem 12,5" Gitterrohr-Dobson
Seit dem letzten Bayerischen Teleskoptreffen im September 2006 in Pfünz überlegte ich einen "größeren" Dobson zu kaufen. Im Internet und den Fachzeitschriften habe ich verschiedne Anbieter ausfindig gemacht. Nach umfangreichen Vergleichen der Daten und Kalkulationen der Preise habe ich mich dann für eine Kombilösung entschieden. Die mechanischen Teile habe ich bei Astroprodukte Nidderau und die optischen Komponenten bei Intercon Spacetec erworben. Bevor ich die Teile gekauft habe konnte ich einen 10-Zöller in Nidderau besichtigen. Die Fertigung meines 12,5"er erfolgte dann maßgeschneidert entsprechend des Haupt- und Fangspiegels.
Nachdem der Gitterrohr-Dobson im Rohbau fertig war brachte ich die Speigel nach Nidderau. Dort wurden sie eingebaut und ich konnte das fertige Telekop nach 3 Tagen abholen. Bevor es in handliche Maße von 45x45x20 cm zerlegt wurde konnten in Nidderau noch Beobachtungen von Vögeln und der (leider) schon tief stehenden Venus gemacht werden. Bereits hier zeigte sich der gute Kontrast der Optik. Der Transport des nur 20 kg schweren Teleskops erfolgte problemlos mit den Zug nach Zirndorf.
Es folgten leider etwa 3 Wochen schlechtes Wetter, so das ich den Dobson erst im März richtig einsetzen konnte. Der Zusammenbau dauert etwa 10 Minuten. Anfangs gab es noch Probleme mit der Justierung und Verzeichnung durch die zu fest angezogenen Sicherungs-schrauben des Spiegels. Durch die fachkundige Beratung von "Astrobebo" Berthold Schneider aus Nidderau und von Intercon wurde dies aber bis zur nächsten Beobachtungs-nacht behoben.
Allerdings ist ein dunkler Himmel Vorraussetzung für gute Beobachtungsresultate. Selbst auf dem nahe bei meiner Wohnung gelegenen Zirndorfer "Altfeld" das ich zu Fuß und mit Fahrradanhänger erreiche ist es durch das 8 km entfernte Nürnberg noch sehr hell - und der 12,5" verstärkt dies natürlich … Nur hellere Objekte wie Orionnebel, M5, h+x und natürlich die Planeten sind hier gut zu beobachten. Mit dem 35mm Panoptic-Okular von Televue hat man ein großes Gesichtsfeld bei 1425mm Brennweite f 4,5 mit nadelpunktförmigen Sternen bis an den Rand des Gesichtsfeldes. Für Orion und Saturn reicht auch der Balkon - Saturn zeigt mit dem 7,5mm Takahashi LE-Okular sehr schön seine Strukturen.
Da ich kein Auto habe bin ich zum erreichen eines dunklen Standorts auf Kollegen angewiesen. Hier reichte es bisher nur zu einem mittelguten Beobachtungsort 15 km vor Nürnberg. Hier konnte man dann schon recht gut Orion und auch M 81/82 beobachten bevor der Mond kam … Das Erlebnis eines wirklich guten Himmels im 30 km von Nürnberg entfernten "Stammplatz" des Nürnberger Astrokreises konnte ich noch nicht mit dem 12,5"er erleben - der entsprechende Bericht folgt dann im 2. Teil.
Werner Schmidt, Zirndorf - März 2007
Beobachtungen mit dem 12,5" Gitterrohr-Dobson - Teil 2
Nachdem im ersten Teil noch keine wirklichen "Deep Sky-Beobachtungen" geschildert werden konnten sollen diese in Teil 2 den Schwerpunkt bilden.
Beim ersten Bericht ging es überwiegend um die ersten Erfahrungen bei dem Gebrauch des neuen Teleskops. Erste Schwierigkeiten bei der Justage wurden bei den folgenden Treffen noch besser gelöst. Außerdem wurde neben dem LED-Finder auch noch ein 8x50-Sucher von meinem ersten Galaxy D8W-Dobson von Intecon Spacetec am Spiegelkasten montiert. Dieser ist zwar bei Beobachtungen im Zenit recht tief am Boden aber besonders für (Kugel)-Sternhaufen eine zusätzliche Hilfe zum Auffinden.
Am Ostersonntag 2007 war es nun so weit - mit 3 weiteren Kollegen und einer Sternfreundin vom Nürnberger Astrokreis ging es schon vor der Dämmerung zum Beobachtungstandort in Kreben. Dieses 300 Einwohner Dorf liegt etwa 30 km westlich des Nürnberger Zentrum und in ausreichender Entfernung zu den Klein-/Mittelstädten Ansbach und Großhabersdorf.
Nach dem Aufbau der 4 Teleskope - neben meinem 12,5" Dobson war ein 8" Meade SC sowie ein 8" und ein 14" Newton im Einsatz - wurde mein Gitterrohr-Dobson von Stefan Valentin (dem Besitzer des 14-Zöller/1600 mm) mit seinem sehr praktischen Justierlaser perfekt justiert. Nach der Venus und Saturn während der Dämmerungsphase konnte es gegen 21.30 Uhr richtig los gehen. Leider kam ab 22.30 Uhr eine recht starke Dunstschicht auf, so dass nur noch im Zenit beobachtet werden konnte. Am Horizont störte nun auch Nürnberg stark (Details folgen unten).
Zwischendurch wollte ich die Transportabilität mit dem Fahrradanhänger testen und machte mich bei mittleren Seeing auf den Weg in den westlichen Zirndorfer Ortsteil Banderbach - genauer auf ein Feld auf einer leichten Anhöhe Richtung Bronnamberg. Die Ortschaften waren je etwa 1 km entfernt und direktes Licht störte nicht - aber die Scheinwerfer im ca 10-15 km entfernten Nürnberg. Beim Aufbau hatte ich große Schwierigkeiten da ich eine Lampe vergessen hatte. Auch der Schraubendreher für die Fangspiegelschrauben versagte seinen Dienst. So konnte nur Saturn, der untergehende Orion und M81/M82 einigermaßen beobachtet werden. Zurück wurde der Dobson unzerlegt problemlos transportiert was er unbeschadet überstand.
So konnte er schnell für seinen nächsten Einsatz am Abend des 14. April im Transporter von Stefan verstaut werden. Wieder ging es nach Kreben wo wir diesmal sogar zu sechst waren - zusätzlich war ein 6-Zoll Frauenhofer- sowie ein 5" APO-Refaktor sowie ein 3" Pentax im Einsatz. Die anderen hatten mehr oder weniger gut funktionierende Goto-Montierungen und die zwei APOs wurden von Thomas fotografisch genutzt. Zuerst wurde mein Gitterrohr-Dobson wieder mit Stefans Laser optimal justiert.
An diesem Abend konnte alles mit dem Dobson beobachtet werden - bis zur unscheinbaren "Schwarze Augen-Galaxie" M64 im Haar der Berenike oder der Whirlpool-Galaxie (beide mag 8,5). Bei letzterer konnten schon leichte Strukturen erkannt werden. Ebenso im Gala-xienpaar M81/M82 wobei besonders inM82 die Unterbrechung in der Mitte der Kantengalaxie zu erahnen war. Als bestes Okular für Galaxien erwies sich das Takahashi 12,5 und 7,5 mm. Besonders ersteres konnte auch mit den TeleVue der Kollegen mithalten. Der Ringnebel in der Leier war wunderbar in Ovaler Form zu erkennen. Weitere Objekte waren die Sonnen-blumen-, Feuerrad- und Sombrero-Galaxie sowie einige NGC-Galaxien im Virgiohaufen welche aber sehr schwach waren. Hier war der 14" natürlich besser - aber der 6" Frauen-hofer hatte ein bei weiten dunkleres Bild und zeigte bei schwachen Galaxien nichts.
Ein Traum waren die Sternhaufen. Neben h+x besonders M 3, M5 und M13. Alle konnten bis ins Zentrum in Einzelsterne getrennt werden. Auch andere Offene Haufen wie M35-M37, die Krippe und die Plajaden waren ein herrlicher Anblick im Gitterrohr-Dobson. Visuell kann er mit dem 14"er fast mithalten …
Werner Schmidt, Zirndorf im April 2007